Vitamin D3 (Cholecalciferol)
Wichtigste Funktionen im Stoffwechsel:
- Kalzium- und Phosphatstoffwechsel: Steuert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm, den Einbau in die Knochen (Mineralisierung) und die Rückresorption in der Niere. Damit ist es essentiell für stabile Knochen und Zähne und verhindert Rachitis (Kindheit) bzw. Osteomalazie (Erwachsene).
- Knochengesundheit: Fördert die Reifung der Knochenstammzellen und reguliert den Knochenumbau.
- Zellfunktion & Immunmodulation: Wirkt auf Zellteilung, -differenzierung und -kommunikation. Moduliert das Immunsystem (fördernd und dämpfend) und spielt eine Rolle in der Abwehr von Infekten.
- Muskelfunktion: Wichtig für den Aufbau und die Kraft der Muskulatur; Mangel erhöht Sturzrisiko bei Älteren.
Natürliches Vorkommen:
- Synthese in der Haut: Die Hauptquelle (ca. 80-90%) ist die körpereigene Bildung in der Haut durch Einwirkung von UVB-Sonnenlicht (Wellenlänge 290–315 nm) auf Cholesterinvorstufen.
- Tierische Nahrungsmittel: Kommt natürlicherweise nur in tierischen Lebensmitteln vor, die Gehalte sind meist gering:
- Fettreiche Fische: Hering, Lachs, Makrele, Sardine (Wildlachs enthält mehr als Zuchtlachs).
- Leber (v.a. Lebertran), Eigelb.
- In geringen Mengen: Fleisch, Milchprodukte (natürlich wenig, oft angereichert).
- Angereicherte Lebensmittel: In vielen Ländern werden Margarine, Milch, Pflanzenmilch, Säfte oder Frühstückscerealien mit Vitamin D angereichert.
Besonderheiten:
- Aktivierung: Vitamin D3 (aus Haut/Speisen) ist eine Vorstufe (Prohormon). Es wird in der Leber zu 25-OH-Vitamin D3 (Calcidiol) und dann in der Niere zum aktiven Hormon 1,25-(OH)₂-Vitamin D3 (Calcitriol) umgewandelt.
- Unterschied zu D2 (Ergocalciferol): D3 (tierisch) und D2 (pflanzlich aus Pilzen) werden ähnlich verwertet, jedoch wird D3 als etwas effektiver angesehen, um den Vitamin-D-Status zu erhöhen.
- Versorgungslage: In sonnenarmen Breitengraden (wie Deutschland) reicht die Hautproduktion von Oktober bis März oft nicht aus. Supplemente sind für viele Menschen, besonders Risikogruppen (Ältere, Menschen mit dunkler Haut, Stubenhocker), empfohlen.
- Speicherfähigkeit: Kann im Fett- und Muskelgewebe gespeichert werden.
