Vitamin B10 (Para-Aminobenzoesäure, PABA)
Wichtig: “Vitamin B10” ist eine veraltete und wissenschaftlich nicht anerkannte Bezeichnung für Para-Aminobenzoesäure (PABA). Es wird nicht als Vitamin für den menschlichen Stoffwechselklassifiziert, da der Körper es selbst herstellen kann und kein essentieller Nahrungsbestandteil ist.
Funktionen im Stoffwechsel:
- Für Bakterien essentiell: PABA ist ein essentieller Wachstumsfaktor für viele Bakterien, da es ein zentraler Baustein für die Synthese von Folsäure in diesen Mikroorganismen ist.
- Menschlicher Stoffwechsel: Beim Menschen hat PABA keine direkte Vitaminfunktion, da wir Folsäure nicht selbst synthetisieren, sondern über die Nahrung aufnehmen müssen. Es spielt jedoch eine Rolle als Bestandteil von Folaten in Lebensmitteln.
- Therapeutische & kommerzielle Nutzung: Früher wurde es in hohen Dosen gegen Hauterkrankungen (z.B. Sklerodermie, Vitiligo) eingesetzt. Hauptsächlich findet man es heute als UV-Filter (UVB-Absorber) in einigen Sonnenschutzmitteln und in Haarpflegeprodukten.
Vorkommen in natürlicher Form:
PABA kommt in vielen Lebensmitteln als Teil von Folatmolekülen vor.
- Vollkornprodukte (Vollkornreis, Weizenkeime)
- Hefe
- Leber
- Melasse
- Spinat, Pilze
- Eier, Milchprodukte
Besonderheiten:
- Mangel: Ein ernährungsbedingter Mangel ist beim Menschen nicht bekannt, da es nicht essentiell ist.
- Sulfonamide: Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide wirken, indem sie strukturell PABA ähneln und so die Folsäuresynthese in Bakterien hemmen (kompetitive Hemmung).
- Sonnencreme-Allergie: PABA in Sonnenschutzmitteln kann bei einigen Menschen allergische Reaktionen auslösen.
- Einschränkung: Aufgrund der veralteten und irreführenden Bezeichnung “Vitamin B10” wird PABA manchmal fälschlicherweise in Nahrungsergänzungsmitteln mit essentieller Funktion beworben.
